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MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Dienstag, 10. Oktober 2017

Halstenbachs in Barmen. Textile Schönheit, die alle Dimensionen umspannt

In der aktuellen Ausgabe des Kunstmagazins "Die Beste Zeit" berichte ich über Kaschmir, Bergisches Wasser  und wie Halstenbach Fine Clothes die New York Fashion Week erobert haben


Der Name Halstenbach ist seit dem 19. Jahrhundert untrennbar mit Wuppertals Geschichte als Textilmetropole verbunden. Ganz unabhängig von der Tradition ihrer Familie hat sich Andrea Halstenbach vor einigen Jahren mit ihrem eigenen Modelabel selbstständig gemacht und zeigt mittlerweile regelmäßig ihre exklusiven Kaschmir- und Merinostrickwaren bei der New York Fashion Week. Damit belebt sie die jahrhundertealte Familientradition neu und meistert elegant Wuppertals Anschluss an das internationale Modegeschehen.

Mit Andrea Halstenbach in ihrem Atelier
Das gute, klare, bergische Wasser, dem Wuppertal nicht nur seinen Namen, sondern auch seine Existenz als Textilmetropole verdankt, entspringt einige Kilometer entfernt aus insgesamt siebenunddreißig Quellen. Siebenunddreißig silbrige Fäden fließen durch kühle Wälder, dunkle Schluchten, über die Mühlräder alter Schleifkotten und durch die Turbinen großer Staumauern und verweben sich auf ihrem Weg zu einem breiten Band, das sich schließlich geruhsam durch die Wiesen von Barmen und Elberfeld zieht.

Für das legendäre Wuppertaler Kunst- und Kulturmagazin „Die Beste Zeit“ (Link) habe ich einen umfassenden Text geschrieben, der die gesamte Geschichte der Familie Halstenbach in den größeren Zusammenhang der Städte Barmen und Elberfeld einbettet. Dabei gehe ich ganz zurück zu den Quellen, aus denen sich die lange Tradition Wuppertals als Textilhauptstadt speist. Mein Bericht spannt sich vom Ursprung der Wupper bis zum Ufer des Hudson River, von den Barmer Bauern, die im Mittelalter mit dem Garnbleichen begannen, bis zur Andrea Haltenbachs Modenschau bei der New York Fashion Week im Herbst 2017.

Die Ausgabe der „Besten Zeit“ für Oktober bis Dezember 2017 ist im Skulpturenpark Waldfrieden erhältlich, im Von-der-Heydt-Museum sowie in Buchandlungen, Zeitschriftenläden und Galerien.

Zu Halstenbach Fine Clothes geht es hier entlang: halstenbach.biz, die Fotos der aktuellen Kollektion von Halstenbach Fine Clothes stammen von Lisa Jureczko (Link)

Mit Andrea Halstenbach und der "Besten Zeit". Der Kaschmir-Cardigan, den ich trage, stammt von Halstenbach Fine Clothes; Foto: Ulrich Halstenbach


"Im 19. Jahrhundert war das heutige Wuppertal längst für seine Bandwebereien berühmt und auch auf Wilhelm Halstenbachs ersten eigenen Webstühlen entstanden zunächst „Barmer Bänder“. Gleichzeitig experimentierte er mit Hörgeräten und Hosenträgern und machte dabei erste Erfahrungen im Bereich der Elastizität. Ursprünglich wurden elastische Bänder durch das Verweben von geschnittenen Gummistreifen und textilen Fäden hergestellt. Erst in den 30erjahren des 20. Jahrhunderts wurde das Verfahren revolutioniert, indem man Latexmilch mit Hochdruck durch Düsen presste und auf diese Weise zarte, elastische Fäden herstellte. Wilhelm Halstenbach gelang es jedoch schon in den 20erjahren, breite elatische Stoffe zu weben, was damals ebenfalls eine absolute Innovation war, konnte man bis dahin doch nur weitaus schmalere elastische Bänder herstellen. Mit der Erfindung des zukunftsweisenden Materials namens „Elastinova“ in den Jahren 1926/27 schuf die Firma Halstenbach & Co. eine kompakte, gummielastische, sogenannte Raschelware und damit den Urahn aller elastischen Tülle von heute. Seitdem gilt Halstenbach & Co. als die Wiege der deutschen Tüllindustrie. Von Barmen aus beeinflusste das Unternehmen die Elastikherstellung in der ganzen Welt."



Samstag, 23. September 2017

A hard Place - An exhibition addressing and responding to post-war modernist architecture at 500x Gallery in Dallas, Texas



art, architecture, Brutalism, Dallas
Ausstellungsansicht: links: O.J.A.I World Headquaters von ScAle Architects; Mitte links: "STEADY SMILE MOVE", ein Film von Julia Zinnbauer; Mitte rechts: "Brussels AXA Building", Fotografie von Chris Dreier; rechts: "Seek Zeros" Kurzfilm von Oisin Byrne

 
Dallas. Der Name der texanischen Stadt erzeugt dank der nach ihr benannten Fernsehserie überall auf der Welt ähnliche Assoziationen. Es geht um Geld, um Öl, um Glamour, um Intrigen - und es geht um Architektur. In der ersten Einstellung des Vorspanns sieht man eine Autobahnbrücke, die auf ein Konglomerat moderner Hochhäuser zuführt, umgeben von einer kargen Landschaft. Ein Schwenk - die verglaste Stadt funkelt in der texanischen Hitze, dann ein Kameraflug über den Reunion Tower und das blau schillernde Hyatt Hotel, ein weiterer Helikopterschwenk über die kristallin glitzernde Innenstadt. Damit beginnt das Epos, das sich von 1978 an über dreizehn Jahre hinweg erstrecken und die Stadt zu einem aufregenden Sehnsuchtsort machen sollte, vor allem für das europäische Publikum. Die wenigsten Europäer waren allerdings jemals wirklich dort und viele halten die Stadt nach wie vor für einen Mythos.

art, architecture, brutalism, Dallas
Links: Gary Farrelly: "Malaysia Parliament Building"; vorne: Matias Bechtold: "Jaki Tower"; an der Rückwand links: Dirk Krecker: Schreibmaschinen-Arbeiten; Mitte Chris Dreier: "Drei Grazien"; rechts: ScAle Architects




























Um so mehr muss man Gary Farrelly, dem Kurator der Ausstellung mit dem Titel „A hard Place“ (Link), für seine Idee danken, genau hier, in Dallas, eine Ausstellung zu zeigen, die von der Auseinandersetzung einer Gruppe europäischer Künstler mit der Architektur der Nachkriegszeit handelt. Thematisch setzt „A hard Place“ in der 500x Gallery (Link) eine Reihe von Ausstellungen fort, die im Jahr 2016 mit „Heimatplan“ in Wuppertal (Link), „Neue Heimat“ in Berlin (Link) und „Ultramoderne“ in Bregenz (Link) ihren Ausgang genommen hat. Zusammen mit der berliner Galeristin Gundula Schmitz hat der irische Künstler Farrelly ein Programm an Arbeiten zusammengestellt, die ganz unterschiedliche Sichtweisen auf die Architektur der 50er- bis 70erjahre zeigt und sich auf das Lebensgefühl und die Ideale beziehen, die in dieser Zeit herrschten.


 
art, architecture, Brutalism, Dallas
Links: Dirk Krecker: "Hot Newcomer's Club", "Eisen, Zink, Gold, Aluminium", "Subsistenzökonomie"; rechts: Matias Bechtold: "Jaki Tower"



























Die Architekten, die in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg die zerstörten Städte wieder aufbauten, ganze Viertel und Zentren neu anlegten und eine neue Infrastruktur planten, verfolgten dabei ganz bestimmte Ideale. Es ging ihnen um das Umsetzen demokratischer Ziele, um menschenwürdiges Wohnen, um Transparenz und Eleganz und vor allem um einen optimistischen Glauben an die Zukunft. Neu entwickelte Materialien und Techniken aus der Luft- und Raumfahrt ermöglichten zudem innovative Gebäudeformen und nicht selten eine sehr skulpturale Herangehensweise. Die Architektur der Nachkriegsmoderne reicht in ihrer Bandbreite von streng funktionalen Modulbauten, Rasterfassaden und vermeintlich spröder Zweckarchitektur über futuristisch wirkende Space-Age-Konstruktionen bis hin zur rauen Opulenz brutalistischer Betonbauten.


Links: Lochkamera-Fotografien aus der "Brussels Series" von Chris Dreier; rechts: "Y-Blokka" von Tannhäuser Tor (Alekos Hofstetter und Florian Göpfert)



























Heute verschwinden viele Gebäude dieser Epoche beinahe unbemerkt aus dem Stadtbild, oftmals ohne Widerspruch der Bevölkerung. Andere werden im Rahmen des Bauens im Bestand bis zur Unkenntlichkeit modifiziert. Dabei geht gerade das, was das Charakteristische dieser Bauten ausmacht, verloren: die eleganten Proportionen, die aus dem Zusammenspiel von Linien und Flächen entstehen, die subtilen Details der Gestaltung, die sich beispielsweise in der Verbindung von Oberflächen und Fugen zeigen, bis hin zu den ganz typischen Materialien und Farben dieser Zeit. Einige wenige Gebäude werden in ihrer Besonderheit geschätzt und unter Denkmalschutz gestellt. Oftmals jedoch sind sie großer Unkenntnis und Ignoranz ausgesetzt.


Photo by Julia Zinnbauer
Cunningham Architects: "serial brutalism"
 
Die Künstler, die in der 500x Gallery ihre Arbeiten zeigen, wissen die besondere Bildsprache der Nachkriegsmoderne zu schätzen und übersetzen sie in ihr jeweiliges Medium. Sie betrachten die verschiedenen Gebäude dieser Epoche in ihrem kunst- und kulturgeschichtlichen Zusammenhang, stellen Bezüge zu städtebaulichen und gesellschaftlichen Fragen her, sehen aber auch das Phantastische in der Architektur dieser Jahre und die Verbindung zu Science-Fiction-Filmen, Sputnik-Schock und Mondlandung.


art, architecture, Brutalism, Futuro, Dallas, Texas
Links: Chris Dreier; Mitte: "ellipsoid episodes", Kurzfilm von Julia Zinnbauer"; rechts: Tannhäuser Tor



























Nachdem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts europäische Architekten wie Richard Neutra und Rudolf Schindler ihre Vorstellung vom modernen Bauen nach Amerika gebracht hatten, waren es umgekehrt Gebäude in Chicago, New York und Los Angeles, die den europäischen Architekten beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg als Orientierung dienten - beim Entwerfen von Großraumbüros, Straßen und Einkaufszentren. Der amerikanische Bungalow beendete in Deutschland schließlich die Ära des biederen Wohnens und bediente die Sehnsucht nach Amerika.


Links: Dirk Krecker; rechts: Videoarbeit von Laure Catugier

























Dallas jedoch unterscheidet noch einmal maßgeblich sowohl vom elegant schimmernden Chicago als auch vom exotischen, ausufernden Los Angeles. In Dallas ist es heiß und die Moderne ist massiv. Der gelbliche Stich, der schwer über der Stadt liegt und den man auf Bildern sieht, rührt nicht nur von dem sich mit der Zeit verfärbenden Filmmaterial alter Dallas-Folge her. Der gelblich Stich ist real. Das ist die verschwenderische Hitze, die von den dunkel verspiegelten Scheiben der Hochhäuser reflektiert wird und sich zwischen den Fassaden aus dunkelrotem und schwarzen Granit und den mächtigen Mauern staut und auch der Beton selbst hat einen Stich ins Gelbliche. Dallas leuchtet golden, der warm schimmernde Beton fasst Juwelen aus buntem Glas. Schlanke Wolkenkratzer werden flankiert von breit dahingelagerte Betonbauten mit schwarz getönten, horizontalen Fensterbändern. Dallas ist schwer und intensiv. Hier wurde „Robocop“ gedreht, weil das kaputte Detroit nicht dystopisch genug wirkte.

In diesem Setting zeigen nun Matias Bechtold (Berlin), Oisin Byrne (Dublin), Laure Catugier (Berlin), Cunningham Architects (Dallas, Texas), Chris Dreier (Berlin), EVOL (Berlin), Gary Farrelly (Brüssel), Dirk Krecker (Frankfurt), Pádraic E. Moore (Dublin/Brüssel), ScAle Architects (Turin), Tannhäuser Tor: Alekos Hofstetter + Florian Göpfert (Berlin/Leipzig), Christine Weber (Berlin) und Julia Zinnbauer (Düsseldorf) ihre Arbeiten. Die Medien und Herangehensweisen sind dabei so unterschiedlich wie die Herkunft der einzelnen Künstler.


Dienstag, 22. August 2017

A hard Place - The Opening of our Exhibition at 500x Gallery in Dallas, Texas

A hard Place, Dallas, Texas; 500x Gallery
The European congregation at the opening of "A hard Place" in front of a work by ScAle Architects



























Last Saturday our group of European artists and curators had the great pleasure to celebrate the opening of our exhibition named „A hard Place“ (Link) at 500x Gallery (Link) in Dallas Texas. It was an incredible evening and after so many months of planning, writing, organising and last but not least producing our pieces of art, we were so glad about talking to our guests and receiving so many positive comments.

To all the many visitors who found their way to 500x Gallery: thank you so much for joining us in this wonderful occasion!

"A hard place" is an exhibition of international artists addressing and responding to Brutalist Architecture; a dominant post war architectural movement embodying concepts of utilitarianism and Utopian aspiration. Curated by Gundula Schmitz (Laura Mars Gallery) and Gary Farrelly.


Contributing Artists: Matias Bechtold (DE), Oisin Byrne (IRE/UK), Laure Catugier (DE/FR), Cunningham Architects (TX), Chris Dreier (DE), EVOL (DE), Gary Farrelly (IRE/BE), Dirk Krecker (DE), Pádraic E. Moore (IRE/BE), ScAle Architects (IT), Tannhäuser Tor: Alekos Hofstetter (DE) + Florian Göpfert (DE), Christine Weber (DE), Julia Zinnbauer (DE).

When: August 19 - September 24, 2017.
Opening reception Friday, August 19. 7-10 pm
Where: 500X Gallery, 500 Exposition Ave. Dallas TX 75226, U.S.A.

More Details and photos will be published soon!



A hard Place at 500x Gallery Dallas, Texas
Julia Zinnbauer: The "Dress for the car-friendly city" and the corresponding collage

Dienstag, 8. August 2017

a hard place - Invitation to our exhibition at 500x Gallery in Dallas, Texas


Photo: Chris Dreier, Berlin


"A hard place" is an exhibition of international artists addressing and responding to Brutalist Architecture; a dominant post war architectural movement embodying concepts of utilitarianism and Utopian aspiration. Curated by Gundula Schmitz (Laura Mars Gallery) and Gary Farrelly. 

Contributing Artists:
Matias Bechtold (DE), Oisin Byrne (IRE/UK), Laure Catugier (DE/FR), Cunningham Architects (TX), Chris Dreier (DE), EVOL (DE), Gary Farrelly (IRE/BE), Dirk Krecker (DE), Pádraic E. Moore (IRE/BE), ScAle Architects (IT), Tannhäuser Tor: Alekos Hofstetter (DE) + Florian Göpfert (DE), Christine Weber (DE), Julia Zinnbauer (DE).

When: August 19 -– September 24, 2017. 
Opening reception Friday, August 19. 7-10 pm 
Where: 500X Gallery, 500 Exposition Ave. Dallas TX 75226, U.S.A.


"A hard place" brings together work by artists and architects from Germany, Ireland, France and Italy as well as a piece by Dallas’s Cunningham Architects produced especially for the show. A unifying concern in the work is the legacy of post-war modernist architecture. The artists of a hard place employ highly divergent strategies across a wide variety of media to explore the theme. The exhibition includes video art, photography, drawing, painting, textiles, sculpture, sound recordings and the written word. 

In post WWII Europe new civic infrastructure such as housing, factories and administrative facilities had to be erected on an unprecedented scale. Commonly known as Brutalism, the style that emerged was characterized by repeated modular elements articulated and grouped together into a stark, unified whole. Cast concrete was used for its raw and unpretentious honesty and structural integrity. 

This new architecture constituted a forceful rejection of preceding political, social and economic thinking. The buildings symbolize the optimism of high modernism. Moreover, they might also be viewed as an affi rmation of mankind’s ability to create, improve and reshape the world via practical experimentation, scientific and technical knowledge and human cooperation.

Gary Farrelly, embroidery
Today, the progress orientated stance and towering utopic mission of post-war modernism is subject to much criticism. The remnants of the defunct modernist project are ever present in the form of neglected edifices that prevail upon our cities and towns. Without a living transformative ideological project to substantiate their presence it is not clear what our responsibility towards the buildings and the ideas they represent should be.
Some of the artists have a very emotional / euphoric relationship with architecture. They adopt a care-taking posture casting themselves as faithful guardians of modernism's legacy. Others take a cynical stance and consciously disavow the naivety and idealism of post-war archi-tecture. And there are those who stake out nuanced, idiosyncratic positions between these two poles. However, in the work of all participating artists in-depth research plays an eminent role. 

The city of Dallas, with all its skyscrapers, elevated roadways, hub airports and subterranean tunnels serves as the ideal venue for this exhibition. 

Text: Gary Farrelly

"A hard place" is made possible with the support of the following contributors:
Berlin Senate Department for Culture and Europe, The Goethe Institute, UTD, CentralTrak, 500X, Laura Mars Gallery, RO2 Art, Lorenzo Hotel, Cunningham Architects, and Print Peppermint 


Julia Zinnbauer: filmstill of the shortfilm "STEADY SMILE MOVE", 2017

Montag, 7. August 2017

Das Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW macht mit seinem Online-Archiv das Wissen und die Erfahrung aus unzähligen Ausstellungen zugänglich





Seit Jahren gelingt es dem M:AI, dem Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW, das allgemeine Bewustsein für Architektur zu erweitern und zu stärken, und das weit über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus. Dabei spielen immer auch die Gebäude selbst eine große Rolle, in denen die Ausstellungen stattfinden, da das Museum ganz im Sinne der Moderne mobil ist und in ganz unterschiedlichen, sorgsam ausgewählten Häusern Station macht.

Ganz dem Form-follows-Function-Gedanken entsprechend, sind die jeweiligen Ausstellungen so konzipiert, dass man sie auf Reisen schicken kann, wie die modularen Würfel-Elemente der Ausstellung über Paul Schneider von Esleben im Jahr 2015 (Link).

Im dem eigens für die Ausstellung herausgegebenen Magazin stand damals auch ein Bericht über mich und meine Sicht auf Mode und Architektur (Link). Ganz besonders freue ich mich nun darüber, dass das Team des M:AI nun bei Launch des Online-Archivs eigens darauf hinweist.

Das M:AI teilt darüber hinaus folgendes mit:


Sonntag, 30. Juli 2017

Mein Foto des Mainzer Rathauses von Arne Jacobsen auf der Jubiläumspublikation des Internationalen Rats für Denkmalpflege ICOMOS

Architektur der Nachkriegsmoderne
Foto: Julia Zinnbauer










Nachdem man jahrelang über einen möglichen Abriss des Mainzer Rathauses diskutiert hat, wie ich hier (Link) in einem Bericht aus dem Jahr 2014 beschrieben habe, freut es mich ganz besonders, dass der Internationale Rat für Denkmalpflege ICOMOS (Link) vor kurzem sein fünfzigjähriges Bestehen im Ratssaal des Gebäudes von Arne Jacobsen aus dem Jahr 1974 gefeiert hat und damit ein deutliches Signal gegeben hat. Mehr noch: für das Titelblatt der der Jubiläums-Publikation von ICOMOS Deutschland hat man mich nach einer Fotografie des Architekturensembles gefragt. Dort befindet sich Arne Jacobsens Gebäude nun in Gesellschaft der Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe und des BMW-Hochhauses in München. In diesem Zusammenhang sollte Jacobsens Rathaus, dem man lange Zeit seinen ästhetishen Wert abgesprochen hat, definitiv betrachtet werden und erfreulicherweise ist von einem Abriss mittlerweile auch nicht mehr die Rede.

 




Montag, 19. Juni 2017

Im Rausch der EuroShop: Eine mehrtägige Wanderung über die weltgrößte Messe für Visual Merchandising und Retail Design


Meine aktuelle Kolumne für das Magazin STYLEGUIDE





























Im März des Jahres fand mit der EuroShop in Düsseldorf die weltweit größte Messe für Ladenbau, Retail Design und Visual Merchandising statt. Für die Mai-Ausgabe des Magazins STYLEGUIDE habe ich mich auf eine mehrtägige Expedition in das auf dem Messegelände im düsseldorfer Norden errichtete Paralleluniversum begeben und meine Erlebnisse in einer Kolumne und dieversen Fotos festgehalten:

Ein Besuch der EuroShop Messe Düsseldorf gleicht einem Ausflug in ein ideales Einkaufsparadies, in dem allerdings nicht das verkauft wird, was in den Läden präsentiert wird, sondern die Läden selbst, genauer gesagt: ihre Ausstattung. Die weltweit größte Messe für Ladenbau, Retail Design und Visual Merchandising bietet vom Drahtkleiderbügel über den Einkaufswagen bis hin zum hyperrealistischen Luxus-Mannequin alles, was man benötigt, um den Kunden in Kauflaune zu versetzen. In diesem Jahr fand die EuroShop bereits zum fünzigsten Mal statt, und das in bisher ungekannten Dimensionenen.















 
Überwältigt von einer nicht enden wollenden Aneinderreihung von Prototypen, Dekorationen und Illusionen, läuft man als Besucher tagelang in den Messehallen umher, in denen wie in einer Stadt in der Stadt ganze Supermärkte, Modebuotiquen, Laufstege und Pavillons aufgebaut wurden. Durch die Vermischung von Abstraktion und Hyperrealismus wird die gesamte Wahrnehmung durcheinander gebracht, man verirrt sich, gerät in einem angenehmen Sinnesrausch und ist schließlich froh, den Ausgang nicht mehr zu finden. Man will nicht mehr zurück in die weit weniger perfekte, blassere Außenwelt. Verstärkt wird der Eindruck des Surrealen zusätzlich durch die spektakuläre Messearchitektur von Heinz Wilke, der den Hallen in den Siebzigerjahren durch begehbare Verbindungsröhren aus Plexi- und Fiberglas etwas unglaublich Futuristisches verliehen hat.

Julia Zinnbauer
Der Hauptmotor, der der großen Inszenierung der Euroshop zugrundeliegt, besteht neben dem Wettbewerb der verschiedenen Anbieter untereinander vor allem in deren Bedrohung durch den Online-Handel. Um den Kunden fest an den so genannten Point of Sale zu binden, muss in den Läden heute alles noch griffiger, noch schöner, noch „echter“ präsentiert werden, kurz: es müssen noch aufwendigere Legenden um das jeweilige Produkt gebildet werden. Oder der Einkauf wird einfach noch komfortabler gemacht, wie im Fall der Hundeboxen, in die Supermarktbesucher ihre Haustiere einschließen können, um sorglos und entspannt einzukaufen. In der so gewonnenen Zeit geben sie folglich mehr Geld aus. Am Wochenende kommt dann der Trolley-Wash-Lastwagen vorbei und in kürzester Zeit werden die Einkaufswagen in der mobilen Waschanlage wieder auf Hochglanz gebracht.


Architektur als Trägerin von Ideen
Auf der EuroShop wird nicht nur das Werbematerial beworben, mit verschiedenen Agenturen, die sich auf eine Verbindung von Raumkonzeptionen und Kommunikationsdesign spezialisiert haben, präsentieren sich auch die Macher hinter den Entwürfen selbst. Große Ideen lassen sich immer durch Architektur transportieren, und so beeindruckt die Agentur Designplus unter dem Motto „Join the Ride“ mit einem runden, sehr massiv wirkenden Pavillon, bei dem ein äußerer Ring von Räumen um einen inneren rotiert. So ergeben sich immer wieder ganz unterschiedliche Möglichkeiten und Konstellationen, ganz im Sinne der vielfältigen Aufgabenbereiche, durch die sich die Agentur auszeichnet. Den Messeauftritt von D’art Design zu fotografieren, erweist sich dagegen als gar nicht so einfach. In den riesigen spiegelnden Wänden sieht man vor allem sich selbst und die umliegenden Stände. Man wird selbst Teil der Inszenierung und weil man unbedingt die Idee hinter dem schwer fassbaren, beinahe körperlosen Messestand begreifen will, muss man ihn immer wieder fasziniert durchqueren.

Mannequins der Firma Genesis betrachten den rotierenden Stand von Designplus


























Dienstag, 6. Juni 2017

Mein Charles-Wilp-Workshop: Schwerelos im Stadtmuseum Düsseldorf

Wie wir mir Alufolie und Sprühflasche in den Weltraum geflogen sind


Tim im Africola-Rausch, Foto von Julia
Tanja im Space Age

























"Soziale Spiele mit dem Africola-Schlauch" propagierte das Düsseldorfer Werbegenie Charles Wilp Ende der Sechzigerjahre in seinem legendären Afri-Spot. Ich denke, wir sind dieser Aufforderung in meinem Workshop mit dem Titel "Schwerelos im Rausch der Bilder - Wie der Fotograf Charles Wilp mit seinen Africola-Spots die Werbung revolutionierte" (Link) am vergangenen Samstag im Stadtmuseum Düsseldorf ziemlich überzeugend nachgekommen. 

Vielen Dank für Eure Teilnahme, Eure Fotos und den Spass, den wir hatten! Die Fotos Nummer eins und fünf stammen von Tanja Kosub (Link), das dritte Foto stammt von Tim, der direkt aus dem Jahr 1972 angereist war.



Julia, Foto von Tim





Freitag, 26. Mai 2017

Schwerelos im Rausch der Bilder - Wie der Fotograf Charles Wilp mit seinen Africola-Spots die Werbung revolutionierte

Ein Workshop im Stadtmuseum Düsseldorf im Rahmen der Ausstellung 
„Werbung – Die Kunst der Kommunikation“

Filmstill aus meinem Kurzfilm "ellipsoid episodes", der im Jahr 2012 bei der Eröffnung des Museums Charles Wilp Space in Witten zu sehen war























 
Im Stadtmuseum Düsseldorf findet zurzeit die Ausstellung „Werbung – Die Kunst der Kommunikation“ statt, die sowohl in künstlerischer als auch in historischer Hinsicht die Werbemetropole am Rhein beleuchtet (Link). In diesem Zusammenhang veranstalte ich am Samstag, dem 3. Juni 2017 um 14 Uhr einen Workshop über den Fotografen Charles Wilp, zu dem ich Euch herzlich einlade.  

Als vor einigen Jahren in Charles Wilps Heimatstadt Witten das dem Fotografen und Künstler gewidmete Museum Charles Wilp Space geründet wurde, gehörte zu den Exponaten auch ein Futuro, eines der Ufo-Gebäude des finnischen Architekten Matti Suuronen aus den späten Sechzigerjahren. In diesem Fiberglas-Ufo habe ich damals meinen Kurzfilm "ellipsoid episodes" gedreht, der von der Weltraumbegeisterung und dem schwerelos-optimistischen Lebensgefühl der Sechzigerjahre handelt (Link). Bei der Eröffnung des Museums im September 2012 war der Film zwischen Wilps Africola-Spots und seinen aus Weltraum-Technik bestehenden Skulpturen zu sehen (Link), sowie einige Zeit später auch bei den Oberhausener Kurzfilmtagen. Aufgrund dieser intensiven Beschäftigung mit Charles Wilp und seiner Zeit haben mich die Macher der Ausstellung, die aktuell im Stadtmuseum Düsseldorf zu sehen ist, nun kürzlich nach einen Workshop zu diesen Themen gefragt.




Mit seinen weltbekannten Africola-Webespots war der düsseldorfer Fotograf Charles Wilp einer der ersten seiner Branche, die nicht nur ein Produkt, sondern ein gesamtes Lebensgefühl verkaufen. In seinen Clips für das koffeinhaltige Brausegetränk fasste er all das zusammen, was das Lebensgefühl der 60er- und 70erjahre ausmachte, genau so, wie es der Slogan versprach: „Alles ist in Africola“. Pionier war er darüber hinaus auch auf dem Gebiet der Selbstinszenierung. Ihm gelang das, was vor im noch niemand erreicht hatte: bis heute verbindet man seine Africola-Clips nicht nur mit der Limonade selbst, sondern auch mit dem Schöpfer der gesamten Werbestrategie. Mit Joseph Beuys und Andy Warhol befreuendet, schuf der „Artronaut“ Wilp Werbung, die die Grenze zur Kunst überschreitet. Er war an der Dokumenta 5 beteiligt und machte sogar eine Ausbildung zum Astronauten. Im Rahmen des dreistündigen Workshops soll zunächst kurz auf die Geschichte Düsseldorfs als Werbestadt eingegangen werden. Im Anschluss sollen die verschiedenen Africola-Clips von Charles Wilp in ihrer Beziehung zum damaligen Zeitgeschehen und zur Kunst- und Kulturgeschichte der 60er- und 70erjahre hin untersucht werden. In diesem Zusammenhang soll darüber hinaus auch Hugh Hefner thematisiert werden, der mit seinem Lifestyle-Magazin „Playboy“ ein früher Vertreter des Corporate Designs ist und zeitgleich mit Wilp diverse Formen der Selbstinszenierung entwickelt hat. 

Der Workshop findet am Samstag, dem 3. Juni 2017 von 14 bis 17 Uhr im Stadtmuseum Düsseldorf statt, zu weiteren Informationen geht es hier entlang: Link.


Und für diejenigen, die sich schon vorher in den absoluten Africola-Rausch begeben wollen: der Africola-Bus ist on tour und macht auch in Düsseldorf Station! Wann und wo genau, das seht Ihr bei Instagram und Facebook (Link).


Sonntag, 14. Mai 2017

gravity - A kinetic sculpture by Wolfgang Flad





Berlin-based artist Wolfgang Flad is currently showing his work at GRÖLLE pass:projects gallery Wuppertal. For the exhibition entitled "Arbeiten gegen die Schwerkraft" I made a video about his kinetic sculpture named "gravity".

In addition to that Wolfgang Flad, Isabel Kerkermeier and Kaveri Riana cordially invite you to their exhibition which will be opened today at Devening projects + editions in Chicago:

K.R.F.

Opening Reception: Sunday, May 14, 4 – 7 pm

May 14 – June 17, 2017

Gallery Hours: Saturdays 12 – 5 pm and by appointment
 
devening projects + editions
3039 West Carroll
Chicago, IL 60612

Donnerstag, 13. April 2017

Ankündigung für Karfreitag: Bazon Brock spricht bei GRÖLLE pass:projects, mit einem Gastbeitrag von Julia Zinnbauer

Bazon Brock spricht über Kunst und Religion in der Ausstellung "Whatever" von Bert Didillon bei GRÖLLE pass:projects





























Nachdem er seinem ersten Vortrag mit dem Titel "Kunst und Religion - Die Scheidung der Geister" im Rahmen der Denkerei mobil bei GRÖLLE pass:projects am 12. März 2017 gehalten hat, spricht Bazon Brock bereits morgen, am Karfreitag erneut in der Wuppertaler Galerie. Ganz herzlich lade ich Euch dazu ein, mit uns feierlich den Karfreitag zu begehen.

Karfreitag, 14.04.2017 : 11.30 Uhr

Denkerei mobil
BAZON BROCK

Karfreitag - Festtag der Philosophen
Über Göttermord und Bildzerstörung

Mit einem Gastbeitrag von
JULIA ZINNBAUER
Life imitates art - Wie Dorian Gray mit Lust sein Bildnis zerstört

 

Wer den Vortrag "Kunst und Religion - Die Scheidung der Geister" versäumt hat, kann sich hier meinen Mitschnitt vom 12. März anschauen:






Mittwoch, 15. März 2017

Ein Interview mit mir sowie meine Kolumne in der Januarausgabe des Magazins STYLEGUIDE


Das Selbstportrait, mit dem das Interview mit mir bebildert ist, entstand beim Drehen meines aktuellen Architekturfilms.


Für die Januarausgabe des Retaildesign-Magazins STYLEGUIDE habe ich eine weitere Kolumne geschrieben sowie verschiedene Schaufenster fotografiert. Diesmal bin ich durch das weihnachtlich glitzernde Düsseldorf flaniert, um zu beschreiben, was sich dort in den Fenstern zwischen ganz minimalistisch und ganz opulent abgespielt hat. Im Zentrum meines Berichts steht dabei die Kugel in ihrer absoluten Perfektion und als Symbol für Geburt und Erneuerung.



In der Serie der PROFESSIONAL PROFILES ist im gleichen Heft zudem ein schönes Interview mit mir erschienen, in dem es um meine Begeisterung für Sprache und Kunst geht und auch darum, wie ich über die Mode und die Architektur zu den Themen Visual Merchandising und Retaildesign gekommen bin. Das Interview und die Kolumne können hier nachgelesen werden.




Breuninger, Düsseldorf

Dienstag, 7. Februar 2017

7up - Gold aus dem Depot: Eine Ausstellung zum siebenjährigen Bestehen der Galerie GRÖLLE pass:projects in Wuppertal



Die Galerie GRÖLLE pass:projects in Wuppertal feiert ihr siebenjähriges Bestehen mit einer Ausstellung, die einen Überblick über die Künstler der Galerie damit gleichzeitig einen Einblick in das künstlerische Weltbild des Galeristen Jürgen Grölle bietet. Die Ausstellung ist vom 28.01.2017 bis zum 26.02.2017 zu sehen, mit Arbeiten von:

Sabine Bokelberg, Keith Bowler, Jaana Caspary, Dan Devening, Bert Didillon, Chris Dreier, Gary Farrelly, Wolfgang Flad, Ann Christine Freuwörth, Carl Hager, Jonas Hohnke, Julia Keppeler, Isabel Kerkermeier, Pablo De Lillo, Alice Musiol, Jürgen Palmtag, Peter Paulus, Kim Piotrowski, Daniela Risch, James Rogers, Friederike Ruff, Volker Saul, Gary Stephan, Klaus-Martin Treder, Andreas Wünschirs, Julia Zinnbauer

Links: Jaana Caspari



Drei der Fotos, die seit Jahren bei meinen Architektur-Expeditionen entstehen, sind Teil der Ausstellung, wie z.B. das des Case Study House #22 von Pierre Koenig in Los Angeles (Link)

GRÖLLE pass:projects
Friedrich-Ebert-Straße 143e
42117 Wuppertal


T +49 (0)173 2611115
groelle@passprojects.de

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag: 16.00 - 19.00 Uhr, Samstags: 11.00 - 14.30 Uhr 




Freitag, 3. Februar 2017

we play architecture - Zwei meiner Kurzfilme sind bei www.architekturclips.de erschienen

Kurzfilme über Architektur von Julia Zinnbauer


Im Jahr 2007 begann der Architekt und Filmemacher Fred Plassmann (Link), auf seiner Seite www.architekturclips.de eine Sammlung von Architekturfilmen anzulegen, die heute eine riesige Anzahl von Dokumentationen und Kunstfilmen umfasst. Dass ich dort nun seit kurzem mit meinen Kurzfilmen Dimmi dove vanno (Link) und surveillance souterraine (Link) vertreten bin, freut mich sehr.



Sonntag, 29. Januar 2017

Das Kleid für die autogerechte Stadt

Über Mode, Architektur und Automobilismus


Mode, Automobil, Architektur


Das "Kleid für die Autogerechte Stadt" war im vergangenen Jahr bei verschiedenen Ausstellungen zu sehen, wie z.B. bei "Heimatplan" (Link / Link) in der Galerie GRÖLLE pass:projects in Wuppertal (Link) und im Rahmen des Projekts "Neue Heimat" in der galerie weisser elefant in Berlin (Link). Das Konzept, das dem Kleid als Bindeglied zwischen Architektur, Mode und Bewegung zugrunde liegt, habe ich im Folgenden einmal zusammengefasst, denn gerade in diesem Kleid fließen all meine meine Überlegungen und Experimente aus den vorangegangenen Filmprojekten, Kostümen, entworfenen Schnittmustern, Recherchen, Architektur- exkursionen und Texten in einem Objekt zusammen.

Architektur und Mode
Die Bewegung ist eines der Elemente, die eine Verbindung zwischen Kleidung und Architektur darstellen. Durch ein Gebäude muss man sich erst einmal hindurch bewegen, um es in seiner Gesamtheit verstehen zu können. Die Architektur verführt den Betrachter durch ihre Formen und Materialien dazu, sich in Bewegung zu setzen und zieht ihn auf diese Weise Schritt für Schritt in ihren Bann. Ähnlich verhält es sich mit Kleidung. Sie muss in der Bewegung funktionieren, verleitet den Träger aber auch durch ihre Proportionen, Volumina, Materialien und Formen, sich auf die eine oder die ganz andere Art und Weise zu bewegen, sich zu halten und sich zu positionieren.

In meinen Arbeiten begebe ich mich immer wieder auf die Suche nach den Zusammenhängen zwischen den verschiedenen Kunstformen, sei es in der Mode, der Literatur, der Architektur oder der Bildhauerei. Bewegungen lassen sich in Rhythmen übersetzen und somit auch in Proportionen, ganz unabhängig vom jeweiligen Material. Ein ideales Medium, um eine Verbindung zwischen verschiedenen Kunstformen herzustellen, ist der Film. In meinem Video mit dem Titel „surveillance souterraine“ (2014, Link) war es beispielsweise mein Ziel, die Linien und Proportionen dreier U-Bahnhöfe in Bewegungen umzusetzen und darüber hinaus Kostüme zu entwerfen, die den Materialien und Proportionen der Gebäude entsprechen.

Mode, Automobil, Architektur
Die Autogerechte Stadt
Seit dem 20. Jahrhundert spielt im Verhältnis zwischen Architektur und Bewegung noch ein weiterer Aspekt eine Rolle: das Automobil. Städte breiteten sich seit dem frühen 20. Jahrhundert parallel zu der immer schneller wachsenden Anzahl von Automobilen zu riesigen bebauten Flächen aus, wie beispielsweise Los Angeles, oder wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in sogenannte autogerechte Städte umgebaut - mit breiten Durchgangsstraßen und neu angelegten Wohngebieten an der Peripherie. Eine dieser Trabantenstädte ist das Märkische Viertel in Berlin (Link), das in den Sechzigerjahren u. a. von Georg Heinrichs geplant wurde. Wer hier kein Auto hat, dem fällt es schwer, in den speziellen Genuss der modernen Großstadt zu gelangen.