MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Freitag, 2. Dezember 2016

Alice Musiol: Country. Eine Ausstellung im Museum Abtei Liesborn

Mein Text "Terra contrata" erscheint im Magazin zur Ausstellung

Alice Musiol: Ausstellungsansicht "Country"



























"Country" lautet der Titel der Ausstellung, die die kölner Künstlerin Alice Musiol (Link) für die Räume der Abtei Liesborn bei Lippstadt konzipiert hat und die am vergangenen Sonntag eröffnet wurde. Um das Projekt "Country" wortwörtlich über die Mauern der Abtei hinaus ins weite Land hinein weiterzuführen, hat sie diverse Künstler nach einem Bild- bzw. Textbeitrag gefragt und zu Ihrer Ausstellung ein Magazin veröffentlicht. Ich freue mich, dort mit meinem Text "Terra contrata" vertreten zu sein, zusammen mit Arbeiten von Chris Dreier, Bert Didillon, Pablo de Lillo, Julia Keppeler und anderen. Das Magazin liegt in der Ausstellung aus, die noch bis zum 05.02.2017 zu sehen ist, sowie hier: Link. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Seite des Museums: Link. Zeitgleich zu Alice Musiols Ausstellung wurde im Museum Abtei Liesborn eine Ausstellung mit Werken des Innenarchitekten und Designers Martin von Wnorowski eröffnet, der an diesem Tag einhundert Jahre alt geworden wäre (Link).


Terra contrata
Das Wort „country“, das sowohl „Land“ bedeutet als auch häufig mit „Landschaft“ in Verbindung gebracht wird, fand seinen Weg in die englische Sprache ganz bildhaft im Rahmen einer Landnahme. Im Jahr 1066 machte sich der normannische Herzog Williame II. zusammen mit seinen Kriegern von Nordfrankreich aus auf den Weg über den Ärmelkanal, um das gesamte englische Königshaus und den Klerus zu beseitigen und durch eigene Landsleute zu ersetzen. Auf diese Weise fand die Sprache der Eroberer ihren Eingang in das Englische, vor allem aber in den Bereichen des Höfischen, der Verwaltung und des Rechts. Herzog Williame sprach mit dem Normannischen eine Varietät des Altfranzösischen, einer romanischen Sprache, die sich in den folgenden Jahrhunderten mit dem Angelsächsischen vermischen und fortan als Anglonormannisch bezeichnet werden sollte. Das altfranzösische „contree“, das Williame verwendete und das dem Wort „country“ zugrunde liegt, leitet sich vom vulgärlateinischen „(terra) contrata“ ab. „Contrata“, so das „Concise Oxford Dictionary of English Etymology“, wurde v.a. in Verbindung mit dem Wort „terra“ verwendet, also „terra contrata“, „das Land auf der gegenüberliegenden Seite“ bzw. „das Land, das sich vor jemandem ausbreitet“. 


Der Text "Terra contrata" von Julia Zinnbauer ist im Magazin zur Ausstellung "Country" von Alice Musiol erschienen.
"Country" - das Magazin zur gleichnamigen Ausstellung, aufgeschlagen eine Fotografie von Chris Dreier und mein Text "Terra contrata"






















Man kann sich lebhaft vorstellen, wie Herzog Williame an der nordfranzösischen Küste stand, im zwischen grellsonnig und düstergrau wechselnden Licht der Normandie, auf das Meer hinausschaute und minutiös die Eroberung des Landes auf der anderen Seite plante. Mit dem altfranzösischen Wort „contree“ ist in diesem Fall also ganz konkret England gemeint, das Land, das sich vor Williame ausbreitete, als er an einem Tag im September 1066 vom nordfranzösischen Dives sur Mer mit insgesamt dreihundert Booten und 7000 Soldaten ins südenglische Pevensy übersetzte. Es folgte die Battle of Hastings und bereits an Weihnachten 1066 ließ sich Williame in London zum König krönen. Die gesamte Geschichte von William the Conquerer, wie er seitdem genannt wird, erzählt der Teppich von Bayeux in zahllosen gestickten Bildern.


Das Land, in das man sich sehnt, mag genauso identitätsstiftend sein wie das Land, aus dem man stammt. Insofern ist es interessant, dass mit „country“ nicht unbedingt das eigene, sondern auch das andere, fremde, gegenüberliegende Land gemeint ist, das es noch zu erkunden, im schlimmsten Fall zu erobern gilt.

Ich selbst bin in einer Ebene aufgewachsen, zwischen zwei Horizonten, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Auf beiden Seiten lag mir eine ganz besondere Landschaft gegenüber. Im Westen der Pfälzer Wald in all seiner tiefgrünen Schönheit, mit seinen Burgen und dramatischen, roten Sandsteinfelsen, davor hellgrüne Weinberge so weit das Auge reicht. Im Osten dagegen die BASF, die riesige Chemiefabrik, für die im letzten Jahrhundert ein gesamtes Ballungsgebiet aus Wohnorten, Autobahnabfahrten und Gewerbeflächen angelegt wurde.

Und ich saß dazwischen, links die Romantik, rechts die Moderne, auf jeder Seite eine terra contrata und ich im ereignislosen Zwischenraum.

Man kann sagen, dass wir in meiner Heimatstadt von beidem etwas hatten – von der schönen Landschaft genauso wie vom städtischen Flair einer Industriemetropole. Oder man sieht es umgekehrt: wir hatten von beidem nichts. Das ist Auslegungssache. 48 000 Einwohner können ja nicht irren und ich habe diverse ehemalige Schulkameradinnen, die begeistert dort wohnen geblieben sind. Das typische braun-weiße Schild, das überall in Deutschland an den Autobahnen steht und auf Sehenswürdigkeiten der Region hinweist, trägt bei uns die Aufschrift „Gemüsegarten Deutschlands“. In meiner Heimatstadt wird allerdings auch die KSB-Pumpe, der Kronkorken und der Scout-Schulranzen hergestellt und bis vor einigen Jahren produzierte man dort sogar den legendären Pegulan-Fußboden. Diese Mischung aus Gemüsegarten und Industriegebiet war mir als Jugendlicher einfach zu viel Realismus und ich bin ins innere Exil gegangen. Ich träumte mich nach England und nach Italien. Und das, obwohl die Pfalz doch die Toskana Deutschlands ist! Auf den ersten Blick vielleicht nicht gerade die Vorderpfalz.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts ließ sich König Ludwig I. von Bayern im südpfälzischen Edenkoben als Sommersitz ein klassizistisches Schloss bauen, die Villa Ludwigshöhe. Erst kurz zuvor hatte er in seiner Begeisterung für die Antike, für Italien und die Kunst im allgemeinen in München die Feldherrnhalle nach dem Vorbild der Loggia die Lanzi in Florenz in Auftrag gegeben. Zeitgleich entstand in der Gegend von Regensburg auf seinen Wunsch hin die Walhalla, in Anlehnung an den griechischen Parthenon. Die Pfalz gehörte damals zu Bayern und so lag es für Ludwig nahe, sein geistiges Italien mit den perfekten Bedingungen vor Ort zu verbinden. Mit geschultem Blick fand er an einem Hang des Pfälzer Waldes den idealen Ort für seine Ferienvilla, zu deren Entwurf schließlich ein Atrium, pompejanische Wandmalereien und ein Mosaikfußboden nach römischem Vorbild gehören sollten.

Man kann sich lebhaft vorstellen, wie Ludwig von seiner mit dorischen Säulen geschmückten Veranda aus auf die Landschaft der Rheinebene hinausschaute, die sich vor ihm in tausenden von Farbschattierungen bis in die Ferne ausbreitete und man den Horizont schon nicht mehr von der Weite des Himmels unterscheiden konnte. Anders als Williame, der Jahrhunderte zuvor England mit Gewalt erobert hatte, machte sich Ludwig nun die Pfalz zueigen: er brachte den Klassizismus in die Region. Heute beherrbergt die Villa Ludwigshöhe weit über hundert Werke des Impressionisten Max Slevogt, der wie niemand sonst das Licht, die Farben und die Atmosphäre der Pfalz einfangen konnte, sowie den unglaublichen, phantastischen Himmel.

Ich selbst bin nach meiner Jugend in der Vorderpfalz schließlich nach Norden gezogen, den Rhein hinauf nach Düsseldorf. Dort, in einem Ballungsgebiet, das noch viel größer ist als der Rhein-Neckar-Raum, gibt es alles, was ich zu Hause vermisst habe: wirklich große Großstädte, alle Arten von Kunst, Glamour, eine unglaublich vielseitige Landschaft, das Ruhrgebiet mit seinen backsteinernen Fabrikhallen, mit Häfen und Autobahnbrücken, es gibt einsame Seen und waldige Berge, die A40 und die A46 und auch der Rhein ist da, als alter Vertrauter. Alles findet gleichzeitig statt und alles ist etwas größer und spektakulärer als in meiner Heimat. Nur eines gibt es nicht: das unglaublich schöne, warme intensive Licht der Pfalz, das jeden noch so banalen Parkplatz, jeden Garagenhof mit purem Gold und verschwenderischer Hitze überzieht und erst recht das Schöne noch schöner macht. Und so wird die Pfalz, auch die Vorderpfalz, doch wieder zu dem, was sie immer war: ein Sehnsuchtsort - viel mehr die romanische „terra contrata“ als das germanische „Land“, das schlicht Boden und Grund bedeutet bzw. ein Gebiet zwischen politischen Grenzen. Und vielleicht verdanke ich meiner Zeit in der Vorderpfalz ja auch meine Phantasie, mit deren Hilfe ich überall dort hinreisen kann, wohin ich will.


Mittwoch, 9. November 2016

Screenshots digitaler Kultur: Ein Rückblick auf die Premiere des Festivals "die digitale düsseldorf"




Düsseldorf als Ausgangspunkt der digitalen Kunst
Dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt ist, in Düsseldorf ein ganz den digitalen Künsten gewidmetes Festival zu begründen, hat sich in den insgesamt vier Tagen der „digitalen düsseldorf“ (Link) deutlich gezeigt. Denn auch wenn die Stadt dank Kraftwerk und Nam June Paik als Ursprungsort der elektronischen Musik und Kunst gilt, liegt sowohl die Gründung der weltweit bekannten Musikgruppe als auch Nam June Paiks Tätigkeit an der Kunstakademie Düsseldorf doch schon einige Jahre zurück. Anstatt in die Vergangenheit zu blicken ist es notwendig, den zeitgenössischen digitalen Strömungen Düsseldorfs eine Plattform zu geben und sie in all ihrer Vielfältigkeit und Aktualität zu betrachten. Und noch etwas wurde im Rahmen des Festivals klar: es besteht aktuter Redebedarf. Denn zwischen Fortschritt, kühler Perfektion und technischer Klarheit auf der einen Seite und einer latenten Angst vor der geheimen Übermacht des Digitalen und all seiner Begleiterscheinungen auf der anderen Seite steht der Mensch, der offensichtlich noch einige Fragen zum Thema hat.

Da ich selbst noch keinen digitalen Doppelgänger habe, konnte ich leider nur einen Teil der unendlich vielen Konzerte, Performances und Ausstellungen sehen, die im Rahmen des Festivals stattfanden. Aber dank der digitalen Vernetzung kann man die einzelnen Elemente ja auch noch im Nachhinein betrachten, zumindest im virtuellen Raum.

digitale subtilitäten im onomato
Den Auftakt der „digitalen“ machten am Abend des 3. Novembers die Brause, damenundherren, die Galerie W5sieben und der onomato Videokunstverein. Die Macher des onomatos  (Link) hatten mich eingeladen, noch einmal meinen Kurzfilm „surveillance souterraine“ (Link) zu zeigen, den ich vor zwei Jahren Rahmen des onomato-Stipendiums gedreht hatte. Zu sehen waren im onomato insgesamt fünf Arbeiten, die sich auf der Schnittstelle zwischen digital und analog bewegten, Kurzfilme bzw. Animationsarbeiten von Rimma Aslarnow, Norbert Kraus, Igor Kirin, Gul Ramani und mir. In einem anschließenden Gespräch zum Thema „digitale subtilitäten“ bettete Axel Grube, Gründungsmitglied und Betreiber des onomato-Verlages, das Digitale in einen ethisch - philosophischen Diskurs ein. Dabei ging es u.a. auch um die Frage, ob die menschliche Moral in naher Zukunft von einem Logarithmus abgelöst wird. Ich kam nicht umhin, den digitalen Fortschnritt energisch zu verteidigen, da er doch zunächst einmal die Umsetzung so vieler künstlerischer Ideen ermöglicht, die ohne das Digitale bzw. Elektronische nie in Erscheinung treten würden. Bisher ist es doch immer noch der Mensch, der die Maschine lenkt und noch hat der T1000 (bekannt aus dem Film „Terminator II“ von James Cameron aus dem Jahr 1991) die Weltherrschaft nicht übernommen, insistierte ich. Auch mein Gegenpol war unter den Gästen vertreten und diskutierte mit: die typische ältere Dame, die aus Angst davor, von unsichtbaren Mächten ausspioniert zu werden, keine E-Mails empfängt. Frauke Berg, die nach dem Gespräch zusammen mit Anja Lautermann und dem gemeinsamen Musikprojekt „studium:stadt“ im onomato auftrat, brachte schließlich den treffenden Begriff des „Digitalen als Kulturtechnik“ ins Spiel. Das Digitale, das wurde an diesem Abend klar, wird noch lange Zeit Anlass für Diskussionen bieten.


Dienstag, 1. November 2016

die digitale düsseldorf: surveillance souterraine wird im onomato gezeigt


Vom 03. bis zum 06. November 2016 findet in Düsseldorf zum ersten Mal das Festival „die digitale düsseldorf" statt. Dabei wird im Rahmen der Veranstaltung „digitale subtilitäten“ im onomato Künstlerverein am 03. November auch mein Kurzfilm „surveillance souterraine" (Link) gezeigt.


surveillance souterraine (2014), Standbild

Düsseldorfs Ruf als Medienstadt, als Zentrum der digitalen Kunst und der elektronischen Musik ist mittlerweile legendär. Begründet liegt dieses Renommee in den späten Siebzigerjahren, in der Zeit, in der die Gruppe Kraftwerk ihre robotischen Sounds erfand und der Videokunst-Pionier Nam June Paik an der Kunstakademie Düsseldorf unterrichtete. Heute ist das Digitale längst in jeden Lebensbereich eingedrungen. Alles lässt sich in Zahlen übersetzen, bemessen und berechnen. Kaum kann man sich vorstellen, dass die Bezeichnung für all das, was das Computerzeitalter heute an Rechenleistung erbringt, davon abgeleitet ist, etwas an den Fingern abzuzählen: das lateinische "digitus" bedeutet Finger.

die digitale düsseldorf
Die digitalen Möglichkeiten in den Bereichen des Akustischen und des Visuellen erweitern sich ununterbrochen und so bietet "die digitale düsseldorf" einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Kunst, Design und Musik und konzentriert sich dabei auf Projekte aus Düsseldorf bzw. der näheren Umgebung. Im Rahmen des dreitägigen Festivals soll ausgelotet werden, was durch die Digitalisierung zahlloser sozialer, ökonomischer und kultureller Prozesse bisher erreicht wurde und welche positiven und negativen Begleiterscheinungen dadurch entstanden sind. Künftig soll "die digitale düsseldorf" regelmäßig stattfinden.

digitale subtilitäten im onomato
Der Abend im onomato Videokunstverein steht ganz unter der Frage, was das Digitale mit uns macht. Dabei soll es nicht so sehr darum gehen, wie sich die Digitalisierung rein technisch auf unseren Alltag auswirkt, sondern eher um die Nuancen, die sich auf lange Sicht in unserem Denken und Handeln verändern und wie sich dadurch auch unser künstlerisches Schaffen verändert. Nach einer Einführung von Axel Grube werden zunächst fünf Animationsfilme gezeigt, die sich auf der Schnittstelle von analog und digital bewegen.

Zu sehen sein werden Arbeiten von

Rimma Arslanov, Gul Ramani, Norbert Kraus, Igor Kirin und Julia Zinnbauer.

 

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Low Hanging Fruits: The Office for Joint Administrative Intelligence bei GRÖLLE pass:projects in Wuppertal

Mit einem Begleittext von Julia Zinnbauer

Mailart / Einladungskarte: Gary Farrelly




















Das tief empfundene Gefühl einer echten Künstlerfreundschaft, ein seit Jahrhunderten bekanntes Motiv, transportieren Chris Dreier (Link) und Gary Farrelly (Link) auf eine ganz neue, abstrakte Ebene. Beide haben sich der Rationalität der Moderne verschrieben und werden von einer intensiven Leidenschaft für deren Errungenschaften angetrieben. Dabei bleiben sie, ganz im Sinne der Romantik, den ursprünglichen, affektiven Momenten ihrer Künstlerfreundschaft treu: sie schreiben sich Briefe, veranstalten gemeinsame Exkursionen und Picknicks und streben mit ihrer Kollaboration nicht weniger als ein Gesamtkunstwerk an. Unter dem Titel „Low Hanging Fruit“ stellen sie dieses gemeinsam erschaffene Werk ab Oktober 2016 in der Galerie GRÖLLE pass:projects vor.



Der Text zu der Ausstellung wurde auf dem offiziellen Dienstweg durch das Office for Joint Administrative Intelligence bei mir in Auftrag gegeben und kann sowohl auf der Seite von GRÖLLE pass:projects (Link) als auch im Folgenden nachgelesen weden:

(Please see the English version below.)

Mittwoch, 17. August 2016

Schwarzes Leder trifft auf Gold und Champagner: Mein Bericht über die Königsallee ist im Magazin Style Guide erschienen


Das Magazin Style Guide (Link), das aus der traditionsreichen Zeitschrift "Bau auf" (später "Das Schaufenster") hervorgegnagen ist, berichtet seit mehr als sechzig Jahren über Retaildesign. Dass mein Bericht über die Königsallee und die Geschichte des Kö-Centrs in der Juli/August-Ausgabe des Style Guides erschienen ist, freut mich sehr. Darin geht es u.a. um die Umgestaltung des dem Gebäudeensemble vorgelagerten ehmaligen Eickhoff-Pavillons durch den amerikanischen Architekten Peter Marino:


Sonntag, 12. Juni 2016

Die Beste Zeit: Spot Light - Surface and Space

Mein Beitrag über die Künstler James Rogers und Keith Bowler in der Neuauflage des Kulturmagazins aus Wuppertal



Die sechsunddreißgste Ausgabe des Magazins "Beste Zeit" ist eine ganz besondere. Leuchtend rot liegt sie am Eingang des Skulpturenparks Waldfrieden (Link) in Wuppertal aus und geleitet die Besucher hinein in das kulturelle Leben der Stadt und des Bergischen Landes. Mit dieser Ausgabe kehrt die Kunstzeitschrift nach einem Jahr Pause zurück und stürzt sich in einem neuen Gewand direkt wieder mitten ins kulturelle Geschehen. Teil des Magazins ist auch mein Bericht über die beiden Britischen Künstler James Rogers und Keith Bowler, die ihre Arbeiten ab Juli in der Galerie GRÖLLE pass:projects zeigen (Link).

" Für den Typographen und Maler James Rogers hatte das Raster Ende der Sechzigerjahre die Bildkomposition längst abgelöst. In einer Zeit, in der der Lochkartencomputer den Fortschritt in vielerlei Hinsicht beförderte, man damit Flugbahnen zum Mond und die kühnsten architektonischen Konstruktionen berechnen konnte, ließ sich mittels ausgestanzter Löcher jegliche Art von Information transportieren, codieren und transcodieren."

Von 2009 bis 2015 hatte der Wuppertaler Galerist und Kulturschaffende Hans Peter Nacke das Magazin herausgegeben. Nach der Aufgabe seiner Galerie "Epikur" und bald darauf seiner Druckerei wurde auch die Zeitschrift eingestellt, die weit über die Grenzen des Bergischen Landes hinaus bekannt war. Um der Wuppertaler Kultur weiterhin die "Beste Zeit" und eine würdige Plattform zu bieten, nahm sich schließlich ein engagiertes Team von Redakteuren rund um den Schwebetal-Verlag des Projektes an (Link).


Mittwoch, 1. Juni 2016

NEUE HEIMAT in der galerie weisser elefant - Noch bis Samstag!





Eine Ausstellung zur Wirkungsmacht der nachkriegsmodernen Architektur auf die zeitgenössische Kunst mit Werken von Matias Bechtold, Laure Catugier, Chris Dreier, EVOL, Gary Farrelly, Alekos Hofstetter & Florian Göpfert, Carsten Nicolai, Tim Trantenroth, Julia Zinnbauer, kuratiert von Alekos Hofstetter.

galerie weisser elefant
Bezirksamt Mitte von Berlin Fachbereich Kunst & Kultur
Auguststraße 21
10117 Berlin
Tel. (030) 28 88 44 54
www.galerieweisserelefant.de
30. 4. - 4. 6. 2016
Di. - Fr.: 11 - 19 Uhr, Sa.: 13 - 19 Uhr 

Samstag, 14. Mai 2016

NEUE HEIMAT. Eine Ausstellung zur Wirkungsmacht der nachkriegsmodernen Architektur auf die zeitgenössische Kunst

Mit Werken von 
Matias Bechtold, Laure Catugier, Chris Dreier, EVOL, Gary Farrelly, Alekos Hofstetter & Florian Göpfert, Carsten Nicolai, Tim Trantenroth und Julia Zinnbauer, kuratiert von Alekos Hofstetter

Text: Alekos Hofstetter
Fotos: Julia Zinnbauer


Links: Laure Catugier, Mitte und an der Wand: Julia Zinnbauer - Das Kleid für die autogerechte Stadt


























galerie weisser elefant
Bezirksamt Mitte von Berlin Fachbereich Kunst & Kultur
Auguststraße 21
10117 Berlin
Tel. (030) 28 88 44 54
www.galerieweisserelefant.de
30. 4. - 4. 6. 2016
Di. - Fr.: 11 - 19 Uhr, Sa.: 13 - 19 Uhr




Avantgardistisch, komfortabel oder auch nur trist? Die Architektur der Nachkriegsmoderne ruft mit ihrer modernen Formensprache die unterschiedlichsten Gefühle und Meinungen hervor. In den kontroversen Auseinandersetzungen um die Gestaltung der Innenstädte und den Debatten um Alt- und Neubauten, dem Prozess der Gentrifizierung, wie um niedrige Mieten in Bauten der sechziger und siebziger Jahre, spielen die architektonische Bedeutung und die baugeschichtliche Herkunft der Gebäude der Nachkriegs-Moderne meist keine Rolle. Umbau oder Abriss – die Veränderung der alten Bausubstanz ist nicht nur in Berlin im vollen Gange. Am Ausgangspunkt des Projektes NEUE HEIMAT stehen die beiden Fragen: von welcher Moderne sprechen wir eigentlich? Und wie fern ist uns die Moderne heute? Die Ausstellung zeigt Werke, welche neue Bezüge aufbauen zu den gesellschaftlichen Utopien, die zur Grundlage der Architektur der Moderne wurden und beleuchtet somit die unterschiedlichen Phasen des Umgangs mit diesem architektonischen Erbe in einem anderen Licht. Ist es heute möglich, durch eine Re-Konstruktion eines utopischen Kontextes, die Distanz, die unsere Gesellschaft zur Architektur der Moderne unterhält, nicht nur sichtbar zu machen sondern gleichzeitig, für eine "Aneignung" dieser Architektur der Nachkriegs-Moderne für die Gegenwart zu sorgen und sie zu einer „neuen Heimat“ zu machen? (A. Hofstetter, 2016)


Matias Bechtold


Freitag, 13. Mai 2016

NEUE HEIMAT in der galerie weißer elefant, Berlin - Die Vernissage


V. l. n. r.: EVOL, Laure Catugier, Matias Bechtold, Chris Dreier, Alekos Hofstetter, Gary Farrelly, Julia Zinnbauer (Foto: Valerie Oleynik)


Die Ausstellung NEUE HEIMAT handelt von der außergewöhnlichen Wirkung, die die Architektur der Nachkriegsmoderne auf die zeitgenössische Kunst ausübt und ist zurzeit in der galerie weißer elefant (Link) in Berlin zu sehen. Zehn Künstlerinnen und Künstler zeigen dort ihre ganz unterschiedliche Auseinandersetzung mit den Gebäuden und den städtebaulichen Ideen der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, kuratiert von Alekos Hofstetter, der ebenfalls mit einigen Arbeiten vertreten ist. 

Unter dem Namen „Tannhäuser Tor“ (Link) erforscht Alekos Hofstetter zusammen mit Florian Göpfert die Zusammenhänge zwischen den gesellschaftlichen und politischen Hintergründen und dem Entstehen und Vergehen des Begriffs der Moderne. Fasziniert von der Zeichenhaftigkeit und der weltweiten Verbreitung der Architektur der Nachkriegsmoderne schaffen die beiden Künstler zusammen Grafiken, Malereien und Wandarbeiten, die diese großen Zusammenhänge zum Thema haben. Dieser Geist der Moderne, der hinter den Arbeiten von Tannhäuser Tor steht, liegt natürlich auch dem Konzept des Projekts NEUE HEIMAT zu Grunde.



Vor den Fotografien im Hof der Galerie: Julia Zinnbauer, Laure Catugier und Kurator Alekos Hofstetter (Foto: J. Grölle)

Die Eröffnung der Ausstellung fand während des Gallery Weekends in der galerie weißer elefant statt, und so flanierten hunderte von kunstwilligen Besuchern die Auguststraße in der Nähe des Tacheles entlang. Stehen blieben sie allerdings alle an dem Stromkasten, der sich vor dem weißen elefanten befindet und den EVOL (Link) am Vortag der Eröffnung in einen seiner typischen Plattenbauten verwandelt hatte, und fanden dann ihren Weg in die Ausstellung NEUE HEIMAT. Mehr von EVOLS Auseinandersetzung mit dem modularen Bauen ist dort noch bis zum 4. Juni 2016 zu sehen, zusammen mit Arbeiten von Matias Bechtold, Laure Catugier, Chris Dreier, EVOL, Gary Farrelly, Alekos Hofstetter & Florian Göpfert, Carsten Nicolai, Tim Trantenroth und Julia Zinnbauer.

Um all der verschiedenen Herangehensweisen gerecht zu werden, bedarf es eines weiteren, umfassenderen Berichts. Hier nun erst einmal einige Eindrücke der Vernissage, mit der die Ausstellung am 30. April 2016 eröffnet wurde.

Darüber hinaus referiert am 21. Mai Lukas Feireiss in den Räumlichkeiten der Galerie über das Thema „Architektur und Stadt als Gegenstand der zeitgenössischen Kunst“, gefolgt von einer Katalogpräsentation von Matias Bechtold und einer Industrial-Performance von Chris Dreier und Gary Farrelly. Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden sich hier: Link.



Carsten Nicolai: pt. 02' (Video, 2012)



Links: Julia Zinnbauer - Das Kleid für die autogerechte Stadt


Samstag, 30. April 2016

NEUE HEIMAT: Eröffnung heute Abend in der galerie weißer elefant, Berlin


Während gestern die Besucher des Gallery Weekends in Berlin die Auguststraße auf und ab flanierten, verwandelte EVOL den Stromkasten vor der galerie weißer elefant in einen der Plattenbauten, für die er bekannt ist. Mehr von EVOLs Architekturphantasien gibt es ab heute Abend im Rahmen der Ausstellung NEUE HEIMAT zu sehen, zusammen mit Arbeiten von Matias Bechtold, Laure Catugier, Chris Dreier, Gary Farrelly, Alekos Hofstetter & Florian Göpfert, Carsten Nicolai, Tim Trantenroth und Julia Zinnbauer, kuratiert von Alekos Hofstetter.
galerie weißer elefant (Link)
August Straße 21
Berlin
19 Uhr