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MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Sonntag, 29. April 2012

#ndm12: Die Nacht der Museen und der Hashtag


#ndm12: Scissorella 200m unter der Meeresoberfläche im Aquazoo
#ndm12: Regierungsschlösschen
Dank der schönen Idee der Organisatoren des NRW Forums, einhundert Blogger in die Nacht der Museen loszuschicken um das Geschehen zu dokumentieren, bin ich seit Jahren mal wieder in den Genuß des Großevents gekommen. Fotos, die unter dem Hashtag #ndm12 ins Internet hochgeladen werden konnten, wurden im NRW Forum gesammelt und an die Außenwand des Museums projiziert. Als pflichtbewusste Modeberichterstatterin hatte ich mir natürlich vorher überlegt, wie ich meine Hashtagger-Weste in mein Outfit integriere und mich in eines der Signalkorsetts geschnürt, das ich mir vor Jahren genäht habe.

#ndm12: Hashtaggeroutfit Scissorella
Da ich die Ausstellungen des NRW Forums bereits kannte, war die erste Station meiner Tour das Schlösschen der Bezirksregierung. Dort hatte ein feinfühliger Innendekorateur zahllose, offensichtlich genau auf die Jugendstilgemälde des Festsaals von Adolf Münzer aus dem Jahr 1911 zugeschnittenen Derrick-Telefontischchen augestellt, wie ich mit einem gewissen Schmunzeln bemerkte. Ständige telefonische Erreichbarkeit ist bei der Bezirksregierung also garantiert (s. Abb. ganz unten).

#ndm12: Kommandozentrale Aquazoo, Scissorella
Im Löbbecke Museum, bzw. im Aquazoo, fühlte ich mich dann schon eher zu Hause, und zwar befindet sich das Naturkundemuseum in einem coolen Gebäude von 1987, bei dessen Entwurf man ganz deutlich Blofelds Haifischbecken und die versammelten Polygone der Sechzigerjahre vor Augen hatte.


Mit Polygonen ging es auch im Strasserauf-Loft auf der Ronsdorferstrasse zu, wo die Streetartgruppe Waende Suedost (Link) mit einer Vernissage auf ihr Projekt aufmerksam machte, bei dem im Sommer diesen Jahres die Rückseite der Lärmschutzwände der A40 in Essen verschönert werden sollen.

#ndm12: Strasseraufloft

Donnerstag, 26. April 2012

Paul Stohrers Stuttgart als geheime Glitzermetropole der Sechzigerjahre

Eine Illustration der Blogbetreiberin
Eine Bestätigung in meinem Bestreben, Glitzer und Theatralik mit der Schönheit unbehandelter Betonoberflächen zu verbinden, habe ich nun ausgerechnet in einem Stuttgarter Architekten der Sechzigerjahre gefunden. Über Paul Stohrer sagt der „Architekturführer Stuttgart“ aus dem Reimer Verlag, er verkörpere den Typen des erfolgreichen Architekten der Wirtschaftswunderzeit. Das ist recht nüchtern formuliert, und auch seine Gebäude lassen zunächst nicht vermuten, was für ein Typ der Architekt wirklich war.

Das stuttgarter Rathaus stammt von Stohrer, bei dessen Entwurf er allerdings Kompromisse eingehen musste. Das eigene, am Bodensee gelegene Ferienhaus namens Moroshito aus dem Jahr 1961, wirkt mit seinen dreieckigen Seitenwänden und seiner schnittig im 45 Gradwinkel dem See zugewandte Front unglaublich streng und futuristisch. Auch Stohrers Büro, dessen Gebäude ich mir kürzlich in Stuttgart angeschaut habe, wirkt mit seinen vor- und zurückspringenden waagerechten Elementen und dem in Fenstern, Türen und Zaunelementen wiederkehrenden Kreismotiv, absolut cool, modern und sachlich (s. Abb. 1-3).
 
Liest man jedoch den Bericht der Architekturkritikerin Amber Sayah (Link), so fühlt man sich direkt an die Szene in „Pillowtalk“ erinnert (1966), in der Doris Day als kecke Innenarchitektin Rock Hudsons Wohnung farbenfroh umdekoriert. Tatsächlich zählte Stohrer die Showgrößen seiner Zeit zu seinen Auftraggebern, wie beispielsweise die Schauspielerin Margot Hielscher und pflegte einen regen Kontakt zur Film- und Theaterbranche. So beschreibt Frau Sayah, wie Paul Stohrer in den 50er- und 60erjahren mit seinem Flügeltüren-Mercedes 300 SL in flotten Anzügen über die stuttgarter Straßen rauschte und seine Vorlesungen an der Staatsbauschule dagegen im Tennisdress hielt. Daß der Architekt bisweilen mit einem Hausleoparden in der Stuttgarter Fußgängerzone gesichtet worden sei, habe sich jedoch als Gerücht erwiesen.
 
Wenn ich Frau Sayah zitieren darf: Es konnte nicht ausbleiben, dass diese Selbstinszenierung als Künstlerarchitekt von Kollegen belächelt wurde – zumal sie mit Dekorationsorgien einherging, die in merkwürdigem Kontrast zur strengen Geometrie der Stohrer’schen Baukörper standen. Sein Ferienhaus etwa, äußerlich ein cooles Betonprisma auf Stelzen, schmückte er mit einem abenteuerlichen Mix aus Fischernetzen, Schwimmringen, Schiffstauen und Korbstühlen. In seiner Dachwohnung im Haus am Stuttgarter Herdweg, das ebenfalls zu seinen heraus­ragenden Bauten zählt, richtete er sich mit Tigerfellen und Fototapeten ein.



Staunen Sie im nächsten Teil unserer Serie über Egon Eiermanns revolutionäre Ideen zum Thema moderne Herrenkleidung.

Mittwoch, 25. April 2012

Eilmeldung: "Supertalent? Das möchte ich nicht!" - Julian F.M. Stoeckel sagt nein.

Gerade klingelt mein rotes Telefon und ich bekomme die überraschende Eilmeldung, daß Julian F. M. Stoeckel gebeten wurde, sich bei einer TV-Show namens „Das Supertalent“ zu bewerben. Mit Erstaunen fragt man sich, warum sich der Schauspieler und Designer, der gerade erst als Gastgeber eines großangelegten Galaabends, des 6. Fashion Cocktail by Julian F.M. Stoeckel (Link) in Erscheinung getreten ist, zwischen die Kandidaten einer Talentshow einreihen soll, und so verwundert die Antwort des berliner It-Boys nicht: 
„Die Produktion hat mir angeboten, ob ich nicht mit einem Chansons auftreten möchte...? Erstmal bin ich kein Sänger und will auch kein Sänger werden und da man davon ausgehen kann, wenn man etwas machen soll, was man nicht wirklich kann, wird man von den Sendern mit hässlichen O-Tönen belegt und wird dem hungrigen Publikum zur Show gestellt. Und darauf habe ich keinen Bock...! Viele Teilnehmer hoffen auf die große Karriere durch "Das Supertalent" und werden entweder gefördert oder einfach durch den Kakao gezogen.“

Wir gratulieren Herrn Stoeckel zu dieser Entscheidung und wünschen weiterhin viel Erfolg!

Ruckediguh / Die Schönste im ganzen Land




Dienstag, 24. April 2012

Hashtag, hier kommt der Frühling: Vernissagen, Ausstellungen und die Nacht der Museen


Zur Zeit überschlagen sich die Ereignisse in Düsseldorf schon wieder und so will ich einerseits vom letzten Wochenende berichten, andererseits aber auch einen Ausblick auf das nächste bieten. Nachdem ich meinen Blog nun schon seit mehr als drei Jahren betreibe, ist es schön zu sehen, wie die verschiedenen Charaktäre der Erzählung immer wieder erscheinen und mittlerweile beinahe eine Rahmenhandlung besteht:

Mittwoch, 18. April 2012

Henrik Vibskov in der Galerie Ruttkowski 68, Köln im April 2012

An der Vernissage des Modedesigners Henrik Vibskov in der kölner Galerie Ruttkowski 68 konnte ich am letzten Freitagabend leider nicht teilnehmen, und so war ich froh, daß am darauf folgenden Sonntag zusätzlich zum „Big blow up Thing“ geladen wurde. Ich erwartete etwas Buntes, Amorphes, Aufblasbares und wurde nicht enttäuscht. Bereits auf dem Weg zur eigentlichen Ausstellung sah ich durch eine Einfahrt ein riesiges blassgrünes Gebilde über einen Hinterhof wabern. Tatsächlich war die gigantische Amöbe, die sich mit ihren tausend Armen dort aufblähte, wieder in sich zusammenfiel und dem Betrachter bauchig entgegenwallte, Vibskovs Werk. Ursprünglich als Laufsteg für dessen Modenschauen konzipiert, schlug das ventilatorbetrieben Fabelwesen die Brücke zwischen Vibskovs Mode und dessen gerahmten Plastiken, die noch bis zum Mai 2012 in der Galerie Ruttkowski 68 zu sehen sind.

Rolf Gutbrod in der Gropiusstadt, Berlin

Nach wie vor beeindruckt von Rolf Gutbrods Dorlandhaus (Link) habe ich mir in den letzten Wochen diverse weitere Gebäude des Architekten angeschaut, darunter auch seinen Beitrag zur Großwohnsiedlung Gropuisstadt im Süden Berlins. Dabei ist mir aufgefallen, wie sehr es Gutbrod gelungen ist, an jedem seiner Bauten seine typische Signatur unterzubringen, auch dann, wenn es sich um ein nicht ganz so glamouröses Projekte wie das luxuriös ausgestattete Dorlandhaus handelte.

Dienstag, 17. April 2012

Fashion Cocktail by Julian F. M. Stoeckel; Berlin im April 2012

Julian Stoeckel, Oswald Musielski (links)
Mit Rolf Eden (und meinem aktuellen Entwurf)
Das ist Hollywood, sagte Rolf Eden, als ich ihm das Foto von uns beiden auf dem Display meiner Kamera zeigte. Er ganz in Weiß und ich in silbern versprühten wir definitiv den Glamour, in dessen Zeichen der gesamte Abend stand. Julian F. M. Stoeckel hatte zum Fashion Cocktail geladen und im Atrium eines Hotels einen bunt schillernden Galaabend arrangiert. Opulent war dabei nicht nur die Zusammenstellung des Rahmenprogramms, sondern auch die die der Gästeliste. Weiß man um Herrn Stoeckels Begeisterung für Filmdiven, internationale Playboys und Jetsetcharme, so kann man die Soirée als absolut gelungene Inszenierung bezeichnen, die es dem Gastgeber ermöglichte, all seine Qualitäten zu präsentieren, sei es sein rein organisatorisches Talent als Modelagent und seit neuestem auch Betreiber eines Modelabels, oder sei es sein darstellerisches Können, mit dem er alle Beteiligten in Bann zog. Und so überraschte der kleidungsmäßig sehr an Rudolfo Valentino erinnernde Jungunternehmer denn auch seine illustren, allesamt aus der Unterhaltungsbranche stammenden Gäste mit einem Arrangement, das aus insgesamt drei Modenschauen und diversen Gesangseinlagen bestand. Darunter befand sich auch ein Beitrag von Kontratenor Oswald Musielski, den Fans glitzernder TV-Momente aus dem großartigen Beitrag über Herrn Glööcklers Umzug in sein neues Logement unter den Linden kennen. Nach den Defilées der Jungdesigner Eleni Konti und Kauffeld & Jahn fand der Showteil des Abends schließlich sein großes Finale in Stoeckels Präsentation seiner aktuellen und allerersten eigenen Kollektion, die er in Zusammenarbeitmit dem Lerderwarenhersteller Picard erarbeitet hatte.

Matthias Maus (rechts) mit Muse Jasmin (in einem Ensemble von Mbrilliant) und Model Marc Eggers
Die späteren Stunden verbrachte man dann bei kühlen Getränken und guter Laune und ich hatte das große Vergnügen, zusammen mit Mbrilliant-Designer Matthias Maus (Link)  und seiner Muse Jasmin weiteres Personal für dessen Musentempel zu akquirieren. 

Sonntag, 15. April 2012

Gerkan, Marg und Partner: Flughafen Tegel, Berlin 1965-75

 

Dreieck und Sechseck bilden die Grundlage der Gestaltung des Flughafen Tegels im Nordwesten Berlins. Die Gebäude entstanden in den Jahren 1965 bis 75 nach Plänen des Büros Gerkan, Marg und Partner. Am 2. Juni 2012 wird die Anlage geschlossen und der Betrieb in den bis dahin erweiterten Flughafen Berlin Schönefeld verlegt. 


Betrachtet man den sechseckigen Grundriß des Flughafengebäudes, drängt sich der Vergleich zu Schneider-Eslebens Flughafen Köln Bonn auf, der im Jahr 1970 eingeweiht wurde (Link). Dort säumt das Flughafengebäude einen fünfeckigen Platz an drei Seiten, sodaß man mit dem Auto direkt vor dem Haupteingang vorfahren kann bzw. zu den Parkmöglichkeiten unterhalb des Platzes gelangt. In Tegel dagegen umschließt das Flughafengebäude einen großen seckseckigen Innenhof zu allen Seiten hin, der durch unterhalb des Gebäudes liegende Einfahrten erreicht werden kann. So gelangt der Besucher vom innenliegenden Parkplatz aus direkt an den Schalter seiner jeweiligen Fluggesellschaft und von dort aus ohne weitere Umwege zu seinem entsprechenden Flugzeug, das wie in Köln-Bonn auf der Außenseite des Gebäudes anliegt. Form und Funktion bilden eine Einheit und es ist erstaunlich, wie konsequent die zunächst funktional im Grundriß eingesetzte Form des Sechsecks über die gesamte Anlage hinweg beispielsweise in Decken, Fliesen und Säulenquerschnitten dekorativ eingesetzt wird. Anlässlich der baldigen Schließung des Flughafens war ich kürzlich vor Ort um zahllose Detailaufnahmen zu machen und auch um mir ein Bild des ganz normalen Flughafenbetriebs zu machen.