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MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Montag, 21. Juli 2014

Im Ufo über Capri: Die Wiedereröffnung der CAPRIBATTERIE in Düsseldorf

Frau Zinnbauer nahm vorsichtigen Kontakt zu den Gästen von außerhalb auf.

Exakt fünfundvierzig Jahre nachdem der Mensch zum ersten Mal den Mond betreten hatte, wurden nun unbekannte Flugobjekte über Süditalien und Nordrhein Westfalen gesichtet. Zeitgleich wurde in Düsseldorf mit der Ausstellung „Drei Engel für Capri“ (Link) der Projektraum CAPRIBATTERIE wiedereröffnet, mit Arbeiten von Patrizia Lohmann, Petra Warrass und mir. Ob und wieweit die Ereignisse miteinander in Verbindung stehen, ist bisher ungeklärt.  

Patrizia Lohmann zeigte Grafiken, Petra Warrass (Mitte) ihre Sammlung an Cover-Beauties, das Silikon-Tintenfisch-Kleid habe ich für meinen Kurzfilm "Dimmi dove vanno" entworfen und angefertigt.

Der Projektraum CAPRIBATTERIE ging vor einigen Jahren aus der Galerie von Martin Bochynek hervor, der zusammen mit der Düsseldorfer Künstlerin Susanne Ristow einen Verein zur Förderung des Kunsttransfers zwischen Neapel und Düsseldorf gründete (Link). Die CAPRIBATTERIE wurde nun im Rahmen eines spektakulären Vierundzwanzig-Stunden-Events wiedereröffnet und zog dazu ganz passend in eine ausgesprochen stimmungsvolle Garage. In vielen Fällen ist die Garage der Ausgangsort der erfinderischen Innovation. Patrizia Lohmann verlieh der CAPRIGARAGE durch ihre filigranen Grafiken und einer damit verbundene Installation zudem das Flair eines New Yorker Lofts. Überhaupt wusste man durch die ganz besondere Atmosphäre des Abends kaum, ob man denn nun in Düsseldorf oder tatsächlich in Süditalien war. Das war vermutlich auch der Grund, weswegen eines der undefinierbaren fliegenden Objekte, die in dieser heißen Julinacht unterwegs waren, kurzerhand vom Kurs abkam und auf der CAPRIGARAGE zwischenlanden musste. Die Ausstellungsgäste wurden Zeugen geheimnisvoller Szenen, die sich auf dem Garagendach abspielten, bei denen sich der geplante Kunsttransfer offensichtlich auf drei uns nicht näher bekannte Teilnehmer aus etwas ferner gelegenen Galaxien ausweitete. Vermutlich hatte die Kollegen die Projektion meines Kurzfilms „ellipsoid episodes“ angelockt, zusammen mit der Aussicht, auch das Agentenepos „Dimmi dove vanno“ (Link) einmal wieder zu sehen. 


Zum Glück hatte Jen Hel, die den Blog Dresscode: High Fashion (Link) betreibt, den Finger am Auslöser, als die Gäste von außerhalb ankamen.


Das Weltraum-Abenteuer "ellipsoid episodes" (Link) lockte nicht nur Gäste aus Düsseldorf an.
















Petra Warrass (Link) dagegen zeigte in ihren subtilen Schwarz-Weiß-Fotografien deutsche Wohnzimmer, die sich offensichtlich, seitdem sie von Ihren Besitzern in der Nachkriegszeit in einer etwas biederen Eleganz eingerichtet wurden, nach wie vor im Originalzustand befinden. Ganz dem Action-Heldinnen-Thema entsprechend, das der Ausstellung den Namen „Drei Engel für Capri“ verliehen hatte, widmete Petra Warrass zwei weitere Arbeiten der künstlichen Schönheit von stark retouchierten Schauspielerinnen auf Fernsehzeitschriften, die sie wie eine Sammlung schöner Schmetterlinge präsentierte. 

Insgesamt wurde die ganze Nacht und der gesamte folgende Tag in einer ausgesprochen surrealen Atmosphäre gefeiert, bis sich die opulente Schwüle mit ihrem Grillenzirpen und dem Sound der Musicbox am Sonntag Nachmittag in ein noch opulenteres Unwetter entlud. Spätestens ab dem Moment waren die geheimnisvollen Gäste auf dem Dach verschwunden. Die Geschichte der CAPRIBATTERIE wird jedoch definitiv weiter geschrieben.

Donnerstag, 10. Juli 2014

Die CAPRIBATTERIE präsentiert: Drei Engel für Capri



Die Capribatterie von Joseph Beuys macht es ganz deutlich: die einzig wahre Energie kommt aus Italien, sowohl in Bezug auf die Kunst als auch auf das Leben. Joseph Beuys' Begeisterung für Italien, insbesondere für Neapel, verbindet ihn mit der Düsseldorfer Künstlerin Susanne Ristow, in deren Werk diese intensive Liebe zum Land, in dem sprichwörtlich die Zitronen blühen, ständig präsent ist. Nach Beuys' Objekt, das aus einer Glühbirne besteht, die an eine Zitrone angeschlossen ist, hat Susanne Ristow auch den Kunstverein benannt, den sie vor einigen Jahren zur Förderung des Austauschs zwischen Düsseldorf und Neapel initiiert hat. Der Ford Capri, den Martin Kippenberger 1981 in seinem Gemälde „Capri bei Nacht” unter einer Straßenlaterne geparkt hat, fährt zudem ganz sportlich durch das Signet von Susanne Ristows Club.


Die Energie und Dynamik, die dem gesamten Konzept des Vereins zugrunde liegen, werden dem Publikum am 19. Juli entgegengeschleudert, wenn die CAPRIBATTERIE die Ausstellung „Drei Engel für Capri“ eröffnet, und zwar ganz stilecht in der CAPRIGARAGE. Die Garage, das wissen wir nicht erst seit Marie Curie, war schon immer der Ort echter Innovation.

Danger, Excitement und Electricity werden garantiert von den Künstlerinnen Patrizia Lohmann, Petra Warrass und mir. Ci vediamo a Capri!

CAPRIBATTERIE e. V.
Heyestraße 9
40625 Düsseldorf

Montag, 7. Juli 2014

Jean Prouvé: Type Sucy, 1969 - Ein Exemplar der TOTAL Tankstelle in Vitry-le-François


Andreas Buss ist Tankstellenbesitzer. Davon erfuhr ich durch den Vortrag, den er im Dezember 2012 im Rahmen der Baukunst-Reihe an der Kunstakademie Düsseldorf hielt. Dort berichtete der Architekt  über Jean Prouvés Tankstellenentwürfe für die Firma TOTAL. Besonders hellhörig wurde ich, als er dabei auf ein ganz spezielles Modell zu sprechen kam, das nicht wie Prouvés bekanntere Entwürfe aus Metall und Glas bestand, sondern größtenteils aus Plastik.

In den Sechzigerjahren kam man in dem Mineralölunternehmen nämlich auf die Idee, die eigenen Erzeugnisse nicht nur an der Zapfsäule zu verkaufen, sondern damit gleich die gesamte Tankstelle zu gestalten und dafür den Kunststoff aus eigener Herstellung zu verwenden. Prouvé entwickelte ein Tankstellengebäude mit einem runden Grundriss aus Modulelementen, bei dem jedes einzelne Teil so perfekt durchkonstruiert war, dass man den Verkaufsraum jederzeit ab- und an einem anderen Ort wieder aufbauen konnte. Selbst die Gummidichtungen wurden eigens angefertigt, wie Buss ausführte. Die Fenster des Gebäudes wurden ganz treffend in einer Firma hergestellt, die sich auf LKW-Fenster spezialisiert hatte.

Im Rahmen der Recherchen für seine Doktorarbeit war Andreas Buss mehrfach durchs Land gefahren um sich einen Überblick über die Standorte der weit über hundert Exemplare des Typ Sucy zu machen. Dabei konnte er schließlich auch eines der Gebäude erwerben und in zerlegtem Zustand mit nach Hause nehmen. Die Frage, ob er die Einzelteile nummeriert habe, bejahte er, meinte aber, dass die einzelnen Elmente jedoch so perfekt konstruiert und hergestellt seien, dass dies beinahe gar nicht notwendig gewesen wäre.

Samstag, 5. Juli 2014

Loreley / Wetter / Aussicht


Die Wetteraussichten waren bisher eher selten Thema dieses Mediums. Sichtachsen und Blicke von erhöhter Warte aus jedoch schon. Und so muss ich noch einmal zu dem Sturm zurückkehren, der zu Pfingsten über Düsseldorf hinweggedonnert ist und dabei angeblich 17 000 Bäume umgerissen hat. Kurz bevor es in Düsseldorf an diesem Abend losging, fuhr ich gemächlich im Rahmen einer Geburtstagsfeier in einem kleinen Schiff den Rhein entlang, von Worms bis zur Loreley in St. Goarshausen. Den ganzen Tag über brannte die Sonne hell und klar auf das Land und das Wasser hinab, alles flirrte und glitzerte und das Gegenlicht ließ die Formen der Bäume, Felsen und Burgen wie laviert erscheinen, mit einigen scharf gezeichneten Elementen im Vordergrund. Niemand der Mitreisenden wollte in St. Goarshausen den Loreleyfelsen hinauf klettern und so machte ich mich in der Nachmittagshitze alleine an den Aufstieg. In all dem Licht lag etwas Geheimnisvolles über dem Felsen. Die wenigen letzten Touristen verließen die Aussichtspunkte und bald fand ich mich alleine auf dem Schieferplateau hoch über dem Rhein wieder. Einzig die hellgrün schimmernden Laubbäume raschelten leise im warmen Wind vor sich hin.